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WWU Uni Münster

Thema

Semesterticket Spezial

Stadtwerke Bus(letztes Update: 05.08.07)


Keine Frage, auch wir würden uns freuen, wenn der Preis des Semestertickets sinken statt steigen würde. Allerdings ist das Thema sehr komplex und plumpes Geschrei nach günstigen Preisen wird dem nicht gerecht. Es lohnt also eine genauere Betrachtung, die ihr auf dieser Seite findet!

Nur dank des Engagements der Juso Hochschulgruppe konnte bis heute das Erfolgsmodell Semesterticket zu einem äußerst attraktiven Preis fortgeführt werden - und wir setzen uns dafür ein, dass dies auch in Zukunft so bleibt!

Wir JusoHSGler können behaupten, in den letzten Jahren die einzige Liste gewesen zu sein, die mit einer realistischen Perspektive an den Verhandlungen federführend teilgenommen hat. Es bringt nun einmal ein feuchtes Käsebrot, wenn das Studierendenparlament beschließt, dass das Semesterticket in Zukunft nur noch 25 Euro kosten möge. Die Verkehrsbetriebe lachen sich jedenfalls über solche irrwitzigen Forderungen zu Recht oft genug den Bauch kugelig.


Inhalt



Zur Lage des Semestertickets



Sommer 2006

Gutachten

2006 wurde auf Drängen der Juso Hochschulgruppe vom AStA ein Gutachten zur Ermittlung eines angemessenen Preises für das Semesterticket Münster in Auftrag gegeben.

Kernaussage der ermittelten Ergebnisse ist der Verhandlungsrahmen von 54-65 Euro, wobei 54 Euro die Opportunitätskosten der Verkehrsbetriebe und 65 Euro die maximale Zahlungsbereitschaft der Studierenden darstellt. Innerhalb dieses Preisrahmens profitieren also sowohl Studierendenschaft, als auch die Verkehrsbetriebe. Eine kurze Zusammenfassung weiterer Ergebnisse kannst du unter nebenstehendem Link Semesterticket - Gutachten 06 - Presseinfo Gutachter in einer Zusammenfassung nachlesen.

Die Verkehrsbetriebe hatten ihrerseits ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. Vergleiche man das SeTi mit anderen Monatskarten (was unserer Meinung nach Unfug ist), so käme man auf einen Preis von 86 Euro pro Semester.

November/Dezember 2006

Verhandlungsstand

Nach einigen Verhandlungsrunden wurde schnell klar: Auf Seite der Verkehrsbetriebe ist keine Bewegung zu erkennen. Der AStA legte darauf hin ein nach oben modifiziertes Angebot mit einem Einstiegspreis von 59EUR vor. Dieses wurde jedoch von der Gegenseite abgelehnt. Die Fronten verhärteten sich.

Da die FH eine zügige Entscheidung herbeiführen musste, stimmten sie einem Angebot mit einem Einstiegspreis von 63 Euro zu. Eckpunkte dieses Vertrages sind

  • 4 Jahre Laufzeit

  • 1. Escape: FH Urabstimmung im SoSe 07

  • 2. Escape: Umstellung der Landesfinanzierung (ohne Datum, man rechnet etwa mit SoSe 2008)

  • Option auf weitere zwei Jahre Fortschreibung, im 5. und 6. Jahr Preisgleitklausel angelehnt an Tarif Münsterland.


  • Preissteigerungen:
  • SoSe 07 63,00 Euro

  • WS 07/08 65,20 Euro

  • SoSe 08 67,40 Euro

  • WS 08/09 69,60 Euro

  • SoSe 09 71,75 Euro

  • WS 09/10 73,95 Euro

  • SoSe 10 76,15 Euro

  • WS 10/11 78,35 Euro


  • Nachtbusaufpreis in Münster (Stadt) enthalten


Da die JusoHSG keine weiteren Preissenkungen erwartet, haben wir im SeTi-Ausschuss mit viel Bauchweh empfohlen, den Eckpunkten des Angebotes zuzustimmen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass einige weitere Leistungen Vertragsgegenstand werden. Unsere später im Ausschuss einstimmig angenommene Beschlussempfehlung lautete:


Der Semesterticketausschuss der Uni Münster begrüßt generell das Entgegenkommen der Verkehrsbetriebe, welchem wir im Kern zustimmen.

Wir halten fest, dass es bei dem vorgelegten Angebot um die größte Preissteigerung in der Geschichte des Semestertickets Münster handelt. Das Verhandlungsergebnis bewegt sich an der obersten Zustimmungsgrenze der Studierenden. Die Studierendenschaft zahlt zur Rettung des Semestertickets somit einen hohen Preis.

Der Semesterticket-Ausschuss empfiehlt den Studierendenvertretern, einem Vertrag auf Basis der genannten Eckpunkte zuzustimmen, unter der Voraussetzung, dass folgende Änderungen Vertragsgegenstand werden:

  • Anstatt der 2. Escape-Klausel soll ein Verfahren festgelegt werden, das bei einer Änderung der Landeszuschüsse die Kompensation regelt und Überkompensation ausschließt.

  • 3. Escape-Fall: Uni Urabstimmung

  • Die Nachtbusnutzung des Regionalbusses Münster ist ebenfalls zuschlagsfrei.

  • Empfehlung einer Preisgleitklausel nach dem 4. Vertragsjahr angelehnt an arithmetisches Mittel aus allg, Preissteigerung NRW und Verkehrstariferhöhungen im Münsterland.

  • Die Mitnahme eines Fahrrads oder einer weiteren Person nach 19 Uhr in Bus und Bahn



Das Studierendenparlament entschied jedoch gegen das Votum des Ausschusses.


Dezember/Januar 2007

Beschlussfassung einer Beitragsordnung

Am Dienstag, den 19.12.06 konstituierte sich das Studierendenparlament der Universität Münster. Die erste Amtshandlungen bestand darin, mit der Zustimmung zur Beitragsordnung über 63EUR die Grundvoraussetzung für die Fortführung des Semestertickets zu schaffen. Die Alternative war klar: Ein Universitätsstandort ohne Solidarticket und tausende sozial schwache Studierende, die auf vielfach teurere reguläre Tickets umsteigen müssen, weil sie auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.

Angesichts dieser Alternative stand die Fraktion der JusoHSG geschlossen hinter den notwendigen Änderungen der Beitragsordnung für das kommende Semester.

Der RCDS schoss in der leidenschaftlichen Debatte um die Erhöhung zeitweise gänzlich quer: Mit einem Änderungsantrag auf 59EUR gefährdete er die Fortführung des Semestertickets, da dieser Preis niemals Gegenstand eines Vertrages mit den Verkehrsbetrieben sein wird. Doch auch die Konservativen ließen sich schließlich überzeugen. Und so stimmten in einer geheimen Abstimmung in dritter Lesung 21 Mitglieder für und 4 gegen die Beitragsordnung - angenommen!

Somit wurde der Grundstein für die Weiterführung des solidatischen Tickets gelegt. Nun müssen gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben strittige Detailfragen im Vertrag aufgeklärt werden, bevor dieser dem Studierendenparlament vorgelegt wird.

In einer Pressemitteilung kommentiert der AStA-Semesterticket-Referent Ulrich Fünders von der JusoHSG: "Das Mögliche im Preis haben wir erreicht, das soziale Desaster konnte vorerst verhindert werden. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass der RCDS sich nicht weiter der konstruktiven Mitarbeit in den zuständigen Parlamentsausschüssen entzieht, und vor allem, dass Bus und Bahn das Spiel mit dem Feuer beenden, und die Zahlungsbereitschaft der Studierenden nicht weiter auf die Probe stellen."


März 2007

Beschlussfassung des Vertrags - Semesterticket gesichert:

Münster. In der Sitzung vom Montag, den 12.03.07, hat das Studierendenparlament der Uni Münster dem Semesterticket-Vertrag endlich zugestimmt.

Eine Abstimmung wurde wochenlang verschoben. Hierzu Oguz Önal von der Juso Hochschulgruppe: "Einige Listenvertreter waren der Meinung, dass es noch die Möglichkeit einer Nachverhandlung gegeben hätte. Das wurde jedoch seitens der Verkehrsbetriebe immer ausgeschlossen. Deshalb haben wir diese Verzögerung nicht verstanden."

Zum Abstimmungsergebnis erklärt Cornelia Jäger von der JusoHSG: "Die Entscheidung war überfällig. Wir sind glücklich, dass wir die Zukunft des solidarischen Semestertickets retten konnten. Gerade die sozial schwachen Studierenden in den Außenbezirken können nun auch in Zukunft von der Mobilität durch das günstige Ticket profitieren."

Die preisliche Entwicklung des Semestertickets laut Vertrag:

SoSe 2007: 63 Euro
WS 07/08: 65,20 Euro
SoSe 2008: 67,40 Euro
WS 08/09: 69,60 Euro
SoSe 2009: 71,75 Euro
WS 09/10: 73,95 Euro
SoSe 2010: 76,15 Euro
WS 10/11: 78,35 Euro


Und sonst?



Sind Alternativmodelle denkbar?



Für die Juso Hochschulgruppe sind alternative Modelle zum derzeitigen Semesterticket nicht denkbar. Hierzu einige Erläuterungen:

Optionsmodell

Vorstellbar wäre es, ein kräftig abgespecktes Basis-Ticket für alle Studierende einzuführen. Für Vielnutzer wird ein optionales erhältliches Aufpreis-Ticket angeboten, welches kombiniert mit dem Basisticket etwa dem Leistungsumfang des jetzigen Semesterticket entspräche.

Klingt doch auf den ersten Blick erst einmal super. Doch dies wäre die Abkehr von der Solidargemeinschaft! Das Semesterticket wurde als Zwangsumlage eingeführt - das heißt, jeder Studierende muss das Ticket kaufen, auch wenn er es nicht nutzt. Dies hat aber genau den Vorteil, dass das SeTi zu einem unschlagbar günstigen Preis angeboten werden kann - denn Wenigfahrer verursachen bei den Verkehrsbetrieben keine Kosten und finanzieren so Studierende mit, die täglich auf öffentliche Nahverkehrsmittel angewiesen sind.

Und davon gibt es in Münster schließlich eine ganze Menge. Viele Studierende wohnen etwa in den Vororten, weil sie sich eine Innenstadtwohnung schlicht nicht leisten können. Auch die Studentenwohnheime sind praktisch alle einige Kilometer außerhalb.

Übrigens: Fiele die Querfinanzierung durch die Wenigfahrer weg, dürfte der Aufschlag für Vielfahrer etwa das vierfache des derzeitigen Preisniveaus betragen. Von einen günstigen Ticket, welches ebenso finanziell Schwächeren Mobilität ermöglicht, kann also wahrlich keine Rede mehr sein. Deshalb ist dies mit der JusoHSG nicht zu machen!

Die Verkehrsbetriebe haben außerdem bereits eindeutig festgestellt, dass ein Optionsmodell für sie aufgrund massiver Verwaltungskosten kein Verhandlungsgegenstand darstelle.

Eingeschränkter Leistungsumpfang

Eine Preisreduktion ließe sich durch Einschränkung des Leistungsumpfangs erzielen. Allerdings haben die Studierenden in dem vom AStA in Auftrag gegebenen Gutachten mit überwältigender Mehrheit eindeutig bestätigt, dass sie kein anderes Modell als das jetzige befürworten. Die JusoHSG schließt sich diesem Votum an.



Was machen eigentlich die anderen Listen?




UniGAL

Die Grünen haben maßgeblichen Anteil daran, dass wir uns überhaupt wieder in einer solch verzwickten Lage befinden. Die Mitglieder der UniGAL sind offenbar überzeugt, dass man den geringsten Preis für die Studierenden dadurch herausholt, indem man den größtmöglichsten Konfrontationskurs mit den Verhandlungspartnern fährt und sich bereits durch äußeres Auftreten in den Verhandlungen disqualifiziert. Daneben schickten die AStA-Mitglieder der GAL vorsätzlich Falschinformationen an die Presse. So behaupteten Sie bereits vor Wochen, das Semesterticket sei in trockenen Tüchern und lösten hiermit Radikalprotest bei den Verkehrsbetrieben aus - irrwitzig. Aber keine Sorge, denn manche bei der UniGAL haben vor 15 Jahren mal angefangen, Psychologie zu studieren und ziehen das auch gerne heran, um zu belegen, dass ihre Verhandlungsstrategie richtig war. Wenn "Semesterticket vor die Wand fahren" als richtig bezeichnet wird, dann wollen wir erst gar nicht wissen, was passiert, wenn sich die UniGAL mal irrt ...

RCDS

Der CDU-nahe "Ring Christlich Demokratischer Studenten" hat jüngst das "Optionsmodell" aus seinem Zauberhut hervorgeholt und verkauft es nun als großartige Errungenschaft. Ein Basis-Ticket für Wenigfahrer und ein optinales Aufpreisticket für Vielfahrer. Klingt zunächst auch erst einmal gut, ist aber wie oben erläutert die Abkehr vom solidarischen Semesterticket. Dabei weiß auch der RCDS, dass ein Optionsmodell mit den Verkehrsbetrieben unter keinen Umständen zu verhandeln ist, ein Vertreter des RCDS war ja stets im Semesterticket-Ausschuss anwesend und hätte dies eigentlich irgendwann mal mitbekommen können. Realitätsferne war ja schon immer ein Markenzeichen des RCDS.

Wir halten fest: Reines Wahlkampfgeschwafel ohne Substanz.

uFaFo

Nach Aussagen eines Mitglieds des uFaFo wäre es nun mal an der Zeit, den Bahnhof in Münster zu besetzen. Gute Idee, das freut die Bahn sicher und hilft in den Verhandlungen. Unterstützung könnten sie sicher von attac campus bekommen. Letztere haben zumindest ebensowenig eine qualifizierte Meinung zum Semesterticket.

U.S.

Der letztjährige Spitzenkandidat der U.S. ist zwar ab und an im Semesterticket-Ausschuss körperlich anwesend, seine Wortbeiträge zeigen aber immer wieder: Bei der U.S. scheint vom SeTi eigentlich keiner besonders viele Gedanken gemacht zu haben.


NRW Semesterticket



2006 begannen erstmals Verhandlungen über ein NRW-weites Semesterticket. Die Verkehrsgemeinschaften legten ein Angebot von 32 Euro vor, die als obligatorischen Aufschlag auf die bisherigen Semestertickets kämen. Die JusoHSG findet dieses Angebot jedoch überteuert, da der Fernverkehr (IC, ICE) nicht mit eingeschlossen ist. Außerdem sehen wir noch zahlreiche ungelöste rechtliche Probleme, etwa: Was passiert im Falle einer erfolgreichen Klage gegen dieses Ticket, wer trägt hier das finanzielle Risiko?

Die Verhandlungen liegen derzeit auf Eis, ihr erfahrt selbstverständlich alles wichtige in Zukunft hier auf der Homepage.

Weitere Informationen:



Termintipp
08.09.2010 20:00 Uhr
Plenum der Juso-Hochschulgruppe

Das regelmäßige Plenum der Juso-Hochschulgruppe!
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Dokument: Semesterticket - Gutachten 06 - Präsentation Presse
Dokument: Semesterticket - Gutachten 06 - Presseinfo Gutachter
Dokument: Semesterticket - Gutachten 06 - Presseinfo AStA